05.11.12 - 11.11.12 Time for Thanksgiving N°1

Alina, Steve, Kristian und ich vor Walmart
Alina, Steve, Kristian und ich vor Walmart

 

Montag

Das schrecklichste an einer Erkältung ist für mich einfach, dass ich keinen Sport machen kann oder sollte, denn ich will ja schließlich wieder fit sein wenn es in die Karibik geht. Also quälte ich mich durch den Montag ohne jegliche körperliche Ertüchtigung. Deshalb stellte ich auch fest, dass ich vormittags wahnsinnig viel Zeit hätte, wenn ich keinen Sport machen würde. Aber nun ja, man kann eben nicht alles haben. Doch was ich haben konnte und was auch viel besser als Sport war, war ein chilliger Vormittag in Franzis Bett. Cuddle-time :)) So chillten wir zusammen für ein paar Stündchen in Franzis Bett bis die Arbeit wieder rief. Als ich dann zurück zu Hause war, kam Paul gerade zurück der Marcel und Jema vom Flughafen abholte. Marcel ist der Bruder meiner Hostmum und Jema ist seine Frau. Die beiden verbringen momentan ihren Urlaub in den Staaten und besuchen uns bis Donnerstag. Anfangs dachte ich noch, dass es stressig wird wenn sie hier sind, doch dann habe ich bemerkt, dass es für mich eigentlich richtig chillig ist, da die Kids so immer beschäftigt sind und ich mich nur dem Essen machen, Staubsaugen und co widmen muss. Lucky me :) 

Abends sind wir dann alle zusammen zu Pinstripes gegangen. Das ist so eine Art Bowlingcenter in dem man aber auch Essen kann und andere Spiele spielen. Wir haben beispielsweise gespielt, falls ihr nicht wisst was es ist → .  Jedenfalls beschlossen wir Jungen gegen Mädchen zu spielen. Wir hatten echt mega Spaß dabei. Nach ein paar Spielen beschloss Jules, dass wir nach nebenan in eine Sportsbar gehen und dort etwas essen. Gesagt, getan. Ich würde es als typisch amerikanisch bezeichnen, denn der ganze Laden war voller Bildschirme und auf jedem lief etwas anderes von Collegesoccer über Football und Golf. So wird es niemandem beim Essen langweilig und unterhalten muss man sich schließlich auch nicht. Passend dazu gab es zu jedem 2. Gericht Pommes und jedes Gericht war mit Fleisch. Ja man braucht hier ja dringend Proteins! ;D 

Also ich würde dort nicht mehr essen gehen, da ich sowieso der Feind des „vor dem Fernseh Essens“ bin. Nach unserem „gemütlichen“ Dinner ging es dann zurück nach Hause. Dort leisteten mir dann Franzi und Alina noch ein wenig Gesellschaft bis es Zeit fürs Bett war. 

 

Dienstag – Electionday time to vooovooovooovoote! 

Der große Tag war gekommen. Der Tag an dem entschieden wurde, wer für die nächsten 4 Jahre nichts verändert und Milliarden von Dollar aus dem Fenster wirft. Na gut, hoffentlich wird dies nicht gerade der Fall sein aber für alle Amerikaner war dies definitiv das Highlight der Woche. Selbst unser Collegekurs endete 20 Minuten eher, damit auch wirklich jeder wählen gehen kann. Als man durch die Straßen fuhr, dachte man teilweise, dass es wohl an jeder Ecke einen Aldi geben müsse, bei dem rund um die Uhr kurz vor 8 ist und es Kinderkleidung im Angebot gibt. Jede Partei rammte noch mehr Wahlschilder in die Vorgärten öffentlicher Gebäude und privater Haushalte. Die Frage ist, ob das letztendlich denn überhaupt was gebracht hat!? 

Doch trotz der Tatsache, dass in meiner Familie hier nur Bexi wahlberechtigt sein wird, war dies kein Tag wie jeder andere. Abends bestellten wir 4 verschiedene Pizzen, ich machte einen Salat und um kurz vor 7 klingelte es auch schon an der Tür.  Kristian und Steven kamen um sich unter lauter Engländern wie zu Hause zu fühlen. Kurz darauf kam auch noch Franzi und der Abend konnte beginnen. Nach einem ausgewogenen Abendessen, einer verbrannten Pizza und vielerlei Unterhaltungen bewegte sich die Meute 8 Engländer und 2 Deutscher in den Keller um einen Film zu schauen, welcher die amerikanischen Wahlen ins Lächerliche zieht. Da Franzi mit Steve, Jules mit Paul und Marcel mit Jema kuschelte, wollte ich natürlich nicht allein sein und so war mein Kuschelpartner nichts anders als erwartet: grün und flauschig. Nein, es war nicht Kristian dem schlecht wurde und plötzliche grün anlief, voller Einsamkeit kuschelte ich mich an Alex Stoffkrokodil Tibo. Als der Film dann vorbei war, war es soweit und es wurde spannend. 

Wir schalteten um auf CNN und verfolgten wie sich die USA-Karte so langsam blau färbte, da immer mehr Votes für Obama ausgewertet wurden. Als es dann mehr oder weniger feststand, dass Obama wieder Präsident wird, machte sich jeder auf den Weg ins Bett.

 

Mittwoch und Donnerstag waren dann so ziemlich Tage wie immer. Ich war froh, als Donnerstag war und ich endlich wieder etwas mehr Ruhe hatte und nicht ständig Leute um mich herum, die beschäftigt werden wollen. Am Mittwochabend musste ich arbeiten und abends kamen dann Franzi und Alina genauso wie Freitagabend. Wobei der Freitagabend um einiges angenehmer war, da die Kids richtig lieb waren und Alex und ich 2 Stunden damit verbracht haben Star Wars Monopoly zu spielen. Da Franzi ihr Termpaper fertig schrieb, ich mit skypte und Alina nichts zu tun hatte, hatte ich die Ehre ein Alinaupair zu haben für eine Stunde, die mir eine Gemüsepfanne kochte und mein Geschirr wieder wegräumte – merci beaucoup! =)


Samstag – Thanksgiving N°1 

Nach 10 Stunden Schlaf, einer morgendlichen Dusche und dem Genuss kompletter Stille machte ich mich mit meinem kleinen weißen Flitzer auf den Weg zum kleinen gelben Haus in dem Purple Hair (=Alina) haust. Denn meine liebe Alina erklärte sich bereit, mich zum Frühstück aufzunehmen, da im Hause Ainsworth keine Milch mehr war und ich sonst fast verzweifelt wäre, wenn ich Müsli oder Cereal hätte essen können. So hatte ich die Ehre Alinas geliebtes Schokomüsli zu probieren. Anschließend hatten wir noch etwas Zeit bevor der Zug fuhr, also kuschelten wir uns in Alinas Wackelbett und studierten Chicago-Reiseführer. Als ich hätte einschlafen können, mussten wir aber los zum Zug. Wir sackten Franzi noch ein und fuhren zur Metrastation. In Chicago angekommen, bummelten wir ein wenig durch die Straßen und trafen dann Mija die uns entgegen kam mit ein paar anderen Aupairs. Da sie meinten, dass sie Hunger haben gingen wir zu Friday's. Seltsamerweise bestellten dann aber trotzdem nur 4 Leute etwas zu essen wovon 2 Franzi und Alina waren. Plötzlich meinten dann zwei der anderen Aupairs, dass sie los müssen und so waren wir noch 6. Unser Weg führte uns dann, wie jedes mal wenn wir Downtown sind, zur Bean und unsere Bean-Fotosammlung wurde mal wieder um ein paar Fotos mehr bereichert.  Wir bereicherten aber nicht nur unsere Fotos, denn plötzlich fragte uns der Fotograf eines Hochzeitspaares ob wir mit auf ein Bild könnten. Mh – auch nicht schlecht, ich meine wer macht keine Hochzeitsbilder mit fremden Menschen vor der Bean!? :D Schön war aber, dass wir diesmal die Bean bei Abenddämmerung sahen. Nach einer Weile war es dann Zeit wieder zurück nach Hause zu fahren, da wir abends bei Steve zum early Thanksgiving dinner bzw. Kristian's Abschiedsparty eingeladen waren. Nach einem kurzen Stopp bei Franzi kamen wir dort an und uns kamen erst mal eine Horde von Kids entgegen. Nach ein paar netten Unterhaltungen war es dann Zeit für das early Thanksgiving Dinner. Wir saßen alle an einem großen Tisch und jeder stellte sich nach der Reihe vor, sagt wo man herkommt und wofür man dankbar ist. Es war wirklich interessant zu hören wofür sich jeder bedankt. Als die Jungs dann an der Reihe waren und sie für ihre Hostfamilies dankten wurde es fast ein wenig sentimental. Nachdem ich lange genug Zeit hatte, hab auch ich es geschafft ein Sätzchen loszuwerden. Denn nach den fast 4 Monaten die ich nun hier bin, bin ich wirklich dankbar dafür in so einer Familie gelandet zu sein und dafür, dass ich so viele wunderbare Menschen kennen lernen durfte und darf. Die Zeit hier zeigt mir so einiges. Nicht nur was andere Menschen angeht, sondern auch mich selbst. Was ich in Situationen fühle, wie es ist Verantwortung für Andere zu übernehmen usw. Ich muss sagen, ich habe es in keiner Sekunde bereut hier zu sein und hoffe auch, dass ich es nie bereuen werde. Aber zurück zu meinem Wochenende. Nach einem kalorienreichen Abendessen, bei dem ich das Dessert natürlich auch nicht auslassen konnte, dachten wir uns dass das nicht alles gewesen sein kann. Da Kristian einige unserer Walmarttrips unvergesslich gestaltet hat, haben wir beschlossen ihm die Augen zu verbinden und an unseren lieblings Samstagnacht-Ort zu bringen. Dort angekommen haben wir ihn in einen Schlafanzug gepackt, der vergleichbar mit einem Strampelanzug ist. Er hatte sich in ihn schon das letzte Mal verliebt, also beschlossen wir ihm seinen Strampler als Abschiedsgeschenk zu kaufen. Er wollte ihn sogar nicht mehr ausziehen, deshalb behielt er ihn an und versüßte selbst dem Waltmartpersonal den Abend. Wir schauten bei Steve noch einen Art Weihnachtsfilm, der allerdings nicht soooo toll war und dann war es auch schon „time to say goodbye“. So bekam ich  vorerst letzten Kristian-hug, da er wahrscheinlich im Frühling wiederkommt. 

 

Sonntag

Ich wachte auf und ging frühstücken. Da kam Bexi einmal wieder angerannt und das erste was sie sagte war: „Kommst du auf mein Fußballspiel?!“ - eh ja, danke dir auch einen guten Morgen!.. aber da das der Grund war, weshalb ich aufgestanden bin lautete die Antwort „ja“. Nur wusste ich nicht, dass das erst um 2 beginnt -.-' Also war der Tag eigentlich soweit gelaufen, da das Fußballspiel mittendrin war. Auf unserem Weg dorthin hielten wir kurz bei Starbucks für eine heiße Schokolade und weiter gings. Dort angekommen beschlossen Paul, Jules und ich noch im Auto zu warten bis das Spiel anfing, da es einfach wahnsinnig windig draußen war. Unsere Unterhaltung drehte sich um die kommende Woche, da ja Jules Mum da ist und wir in die Karibik fliegen. So wurde mir gesagt, dass ich logischerweise dort arbeite, was mir ja klar war. Was allerdings viel cooler ist, ist mein Weihnachtsgeschenk, das ich dort bekommen werde :)) Denn sie haben mich gefragt, ob ich mit Delfinen schwimmen will. Das wäre dann Bexis Geburtstagsgeschenk und mein Weihnachtsgeschenk – natürlich kann man da nicht nein sagen. Ich meine schon als kleines Kind habe ich Delfine geliebt. Ja das Gespräch weitete sich dann noch so aus, von wegen wenn Oma da ist wie man sich am besten verhält, damit sie zufrieden ist. Ist schon witzig, dass man sich die komplette Familie verstellt nur weil Omi zu Besuch kommt. Da müssen die Besteckkästen feinstsäuberlich sortiert werden, die Keidung der Kids akkurat im Schrank liegen und natürlich wird dann Omas Vase ausgepackt und alles andere was man von ihr geschenkt bekommen hat. Jedenfalls unterhielten wir uns dann noch ein ganzes Weilchen bis wir uns dann doch einmal aufrafften um Bexis Spiel anzusehen. Es war wahnsinnig windig, da hätte man fast denken können, dass es die kleinen Mädls vom Platz weht – da der Fußballplatz natürlich mitten auf einem Berg lag. Nach einem recht spannenden Spiel lag der Endstand leider nur bei einem 1:1. Bexi verließ mit Tränen in den Augen den Platz, da sie in der letzten Minuten eine traumhafte Torchance hatte, sie aber nicht verwandeln konnte. Nun ja, zurück zu Hause kam abends dann Alina. Wir saßen ein wenig mit im Wohnzimmer und haben uns einen der 3483903048 James Bond Filme mit geschaut bis es dann Essen gab. Es gab – jetzt kommts: Lasagne mit Pommes und Knoblauchbrot. Ich meine ungesünder kann man es auch fast nicht mehr gestalten, ja – jetzt habt ihr zu Hause bestimmt alle ein Bild im Kopf von einer kugelrunden Vicky, die schon nicht mehr aus dem Sessel kommt. Ob sich das alles so bewahrheiten wird, seht ihr dann ja wenn ich wieder nach Hause komme. Alina war etwas enttäuscht von Jules ihrerseits hochgelobten Lasagne. Denn wie fast alles hier, war diese kaum gewürzt und schmeckte letztendlich nach gar nichts. Aber wie sagt Oma immer so schön: „Hunger ist ja bekanntlich der beste Koch.“ Und ich kann euch alle beruhigen... Alina hat es auch überlebt.

 

 

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