30.10.12-04.11.12 Halloween

Halloween mit Alina und Franzi
Halloween mit Alina und Franzi

Dienstag

Jules war noch in Toronto, sodass Paul und ich das alleinige Vergnügen mit den Kids hatten, was aber natürlich nicht schlimm war. Denn mit Paul habe ich echt wahnsinnig Spaß, vor allem wenn Jules nicht da ist, ist er immer noch besser und witziger drauf als sonst. Jedenfalls war es Dienstag, als ich vom College kam erzählt er mir ganz stolz, dass er Pumpkins gekauft hat, die wir heute Abend aushöhlen wollen. Gut, „last minute Pumpkin Carving“ - challenge accepted. Denn es ist ja nicht so, dass am Dienstag die Kids zu Hause sind und sich zu Tode langweilen. Am stressigsten Tag der Woche und dem letzten Tag vor Halloween Kürbisse zu kaufen ist natürlich ganz normal für Paul. Er ist wie ein Überraschungsei - Spiel, Spaß und Spannung garantiert. Also haben die Kids gegessen, schnell ihre Hausaufgaben erledigt, Alex war beim Basketball und Bexi beim Soccer. Als sie dann zurück waren, gabs ein fast-dinner. Paul machte Musik an und ab ging unser Kürbisabend. Es war eine wahnsinnige Sauerei und man hätte denken können, wir haben aus Kürbisfruchtfleisch Kürbisbälle gemacht und eine Kürbisschlacht in der Küche veranstaltet. Doch die Hauptsache war, dass die Kids dabei Spaß hatten, auch wenn Paul und ich die mehr ihre Pumpkins ausgehöhlt hatten, als sie selbst. Zum Schluss hatte ich dann Zeit die Innereien aus meinen krüppeligen Kürbis zu fischen und ihn durch ein Gesicht zum Leben zu erwecken. Mh – anscheinend bin ich schöpferisch aber nicht ganz so begabt, da mein Kürbis sich nicht mal ansatzweise ein Gesicht geben lassen wollte. Mit jedem Messerstich entstand ein riesiger Riss in meinem orangenen Freund, dessen Schale einfach total hart war. Nach ein gewissen Zeit, 20 Schweißperlen, 6 neuen Rissen und schmerzenden Händen, beschloss ich ihm einen Mund zu tapen, da er sonst komplett auseinanderfiel. Mein Kürbis war zwar nicht der schönste aber dafür originell. Da es dann auch schon spät war, war es Zeit für die Kids ins Bett zu gehen. Paul wollte mal wieder seine Kochkünste unter Beweis stellen und eine Kürbissuppe kochen. Ersteinmal durchforsteten wir alle unserer 100 Kochbücher um ein Rezept für Pumpkinsoup zu finden. Als diese Hürde überstanden war, war er voll in seinem Element und kippte alles zusammen. Als er dann fast eine ganze Wurzel Ingwer hinzugeben sollte, kommentierte er es noch und meinte, dass er nur die Hälfte nimmt da das doch sonst komplett nach Ingwer schmeckt. Ja good guess, buddy! Doch auch das war zu viel des Guten, letzten Endes haben wir seine Ingwersuppe weg schütten müssen, da sie keinem schmeckte. 

 

Halloween – let's go trick or treating!

 

Ein Mittwoch der begann wie jeder andere. Nachdem ich meine Beiden in die Schule gebracht hatte, stürzte  ich mich in meine Sportsachen und verschwand für ein paar Stunden im Keller. Als ich wieder nach oben kam, war Jules wieder zurück und saß mit Paul und den Architekten des neuen Hauses in der Küche. Frisch geduscht war mein Plan einkaufen zu gehen und anschließend mit Franzi und Alina den Halloween-walk ihrer Kids anzusehen, wäre da nicht Jules die mir wie so selten, meinen Plan zu nichte macht. Als ich ihr mitteilte, dass ich mit den Mädls mir den Walk ansehe, sah sie mich an und meinte, ob unsere Kids denn keine Halloweenparade hätten?! - Ich antwortete nur, dass mir niemand was gesagt hat und ich davon nichts weiß, woraufhin sie Paul fragte und er entgegnete: „eh ja, das ist in der Schule aber da gehe ich nicht hin, ich gehe heute schließlich schon mit Trick or treating, das reicht!“ Okay, dachte ich mir, dann eben nicht. Also verließ ich das Haus um ein paar Sachen einzukaufen. Kaum war ich von der Tür herein, kam Paul zu mir und meinte, dass Jules ihn anrief, ob ich nicht zu der Halloweenparade der Kids gehen könnte. Ist ja nicht so, dass ich es nicht getan hätte wenn man mích eher gefragt hätte. Also musste ich den Mädls absagen und setzte mich in meinen weißen Flitzer und düste zur Schule. Dort angekommen, half ich Alex bei seiner Verwandlung zum Cheerleader. Ich klebte ihm und seinen Cheerleader Freunden bzw. nun Freundinnen künstliche Nägel auf und kämmte seinen goldblondene Perücke. Als die Mission „change into a girl“ beendet war, half ich ein paar Müttern die Turnhalle zu dekorieren. Ich fühlte mich schon, wie eine der überwichtigen Stay-at-Home Mums, die sich fast darum schlugen Tische zu dekorieren. Als ich erfuhr, dass die Parade dann erst um 3 beginnt, fuhr ich noch einmal nach Hause. Dort teilte ich Paul mit, dass es erst um 3 beginne, ob er denn nicht doch mitkommen wolle. Als es dann kurz vor 3 war sagte ich, dass wir langsam los müssten. Startklar waren wir auf dem Weg zur Tür, kam Jules herein und Paul fragte ob sie nicht auch mitwolle. Busy wie sie ist, musste sie noch dies und das erledigen und dann kommt sie mit. Ich fand es klar gut, weil dann sind die Kids wenigstens nicht enttäuscht, da ihre Eltern auch kamen. Da Jules aber zu lange brauchte, schafften wir es gerade mal zu den letzten 2 Minuten. Da sie es aber nicht zugeben wollte, dass sie zu lange brauchte, sagte sie stolz zu den Kids, die einen Preis für ihre Verkleidung gewannen, dass sie alles gesehen habe. Nach einem Snack und den Hausaufgaben wurde Alex zum Trick or treating mit seinen Freunden abgeholt. Paul und Bexi machten sich zusammen auf den Weg nach Glencoe um dort mit Allie Süßigkeiten abzustauben. Halloween ist hier nicht nur für Kids super, da sie Süßigkeiten ohne Ende abstauben, nein es ist sogar für die Väter ein riesen Gaudi. Denn diese machen das zum amerikanischen Vatertag und ziehen während sie mit ihrem Kids durch die Straßen laufen einen Bollerwagen mit einem Bierfass hinter sich her. So ist hier Halloween für groß und klein ein voller Erfolg. Meine Aufgabe war es von 5-6 unsere Tür für kleine Dinos, Frösche, Prinzessinen, Geister und CO zu öffnen. Am süßesten waren wirklich die 4-5 jährigen Kids, welche im Dino-Kostüm nach Süßigkeiten fragten. Ich beschloss wenn ich einmal Kinder habe, dann sind sie im Kindergarten ein Dino zum Fasching, no matter what! Um halb 7 war es dann Zeit für die großen Kids „Süßes sonst gibt’s Saures“ - Sammeln zu gehen. Purple hair und kitty Franzi kamen zu mir und wir stürzten uns ins amerikanische Abenteuer. Mit unseren Kürbisbehältern zogen wir durch die Straßen und erbettelten unsere eigenen Süßigkeiten. Ich fühlte mich wie 10 aber es hat wahnsinnig viel Spaß gemacht. Auf unserer Mission trafen wir dann Jonathan an, der alleine unterwegs war um seine „american experience“ zu sammeln. Das konnten wir nicht mit ansehen und so bereicherte er unser Trio durch einen „Edward mit den Scherenhänden“. Zu viert fuhren wir in eine andere Straße in Winnetka und nach Wilmette um unsere Kürbisse weiter zu füllen. Als es dann kurz nach 8 war und wir halb erfroren waren, setzten wir Jonathan am Starbucks ab, stürmten Maskiert die Bücherei um 2 DvDs auszuleihen und holten Kristian aus Glencoe ab. Zurück bei mir zu Hause, chillten wir uns aufs Sofa und begannen einen Film zu schauen. Nach 5 Minuten begann Kristian in voller Lautstärke zu schnarchen. Was mich in den ersten 30 Minuten noch störte, war mir in den restlichen 40 egal, da ich trotz dem menschlichen Staubsauger neben mir einschlafen konnte. 

Mein Fazit des Abends lautete: 

Halloween für groß und klein kann einfach nur spaßig sein. 

Stopfte mir zu viel Süßes in meinen Mund, da würde mich es nicht wundern wenn ich werde kugelrund. 

 

Ein irrelevanter Donnerstag folgte, bzw. glaube ich dass er nicht unbedingt erwähnenswert war, da ich nicht mehr weiß, was ich gemacht habe. Wahrscheinlich litt ich an einem Zuckerkoma, da der Tag wie aus meinem Gedächtnis gestrichen ist. Ach nein doch nicht, ich weiß noch dass ich eine halbe Stunde im College war um den Altar für den mexikanischen day of the dead zu schmücken. Das wars dann aber auch schon. Also gehen wir zu Freitag und dem Wochenende über.

 

Freitag – der Start eines Chillerwochenendes

Mal sehen, ob mein ganzes Wochenende die Länge des Mittwochtextes übertreffen kann. Ich bezweifle es ja fast. Aber gut sehen wir mal.

Zu Freitag ist soweit eigentlich zu sagen, dass es ein normaler Arbeitstag war und abends dann Alina und Franzi kamen. Wir chillten uns mit einer Handvoll Halloween-Süßkram in den Keller und quatschen ein wenig bis Steve Franzi schrieb, dass er noch Zeit hat und vor der Tür steht. So waren es noch zwei. Alina Alibaba und Vicky der Wikinger wurde von Franzi dem Franzosen verlassen und so machten sich die Zwei auf ihre Reise durch den halb überschwemmten Keller. Auf ihrem Weg, kämpften sie gegen die bösen Feinde der Langenweile. Dank neuster Technologien überlebten sie den Kampf aufgrund ihres Schutzschild, dem Iphone 4s. Auf ihrer Rückkehr kuschelte sich Vicky der Wikinger erschöpft an Alibaba und wenn sie sich nicht todcuddleten, dann cuddeln sie noch heute.

 

Samstag – Germans in Germantown

Da die Zeit umgestellt wurde, kam mir der Samstagvormittag einfach mal ewig vor. Die meiste Zeit verbrachte ich hustend vor dem Mac und gammelte vor mich hin bis wir dann um 1 mit der Metra nach Lincoln Square fuhren, oder auch German town genannt. German town deshalb da man dort das Münchner Brauhaus in Chicago findet und ein Maibaum ein paar Häuser weiter mitten in die Pampa gestellt wurde. Franzi zeigte uns dann einen Laden in dem man internationale Produkte kaufen kann unter anderem Weißwurst, Bratwurst und süßen Senf. Da steht dem deutschen Frühstück ja nichts mehr im Wege. Ich habe Jules nämlich versprochen, dass es um Weihnachten herum mal etwas typisch deutsches zu essen gibt. Da wir daheim ja seit ich denken kann samstags Weißwurst essen, werde ich wohl einmal die Weißwurst hier testen. Ich weiß nicht, ich kann mir nicht vorstellen, dass das wirklich schmeckt – aber wir werden sehen. Jedenfalls habe ich meinen beiden Kids dann einen Adventskalender gekauft, da es hier so etwas ja nicht gibt. Unsere restliche Zeit vergammelten wir dann mehr oder weniger im Starbucks, was aber auch angenehm war, da ich durch meine Erkältung nicht der aktivste Mensch war. Am Abend musste Franzi arbeiten und meine Hostmum hat Alina mit zum Pizzaessen und englischen Fußball schauen eingeladen. Zweiteres war für Alina eher irrelevant. Da die Kids dann James Bond schauen wollten, haben wir uns in den Keller verzogen und eine Dvd geschaut, bei der ich aber auf Alinas Bauch eingeschlafen bin, weil ich einfach zu fertig war. 

 

Am Sonntag füllten wir mein kleines weißes Automobil voll mit deutschen Mädls und begannen die Reise nach Highlandpark, einer Stadt die 20 Minuten von Winnetka entfernt ist. Zuerst sammelten wir Nadja und Vanessa in Wilmette ein und schon konnte es losgehen. Ein Autofahrt die ist lustig, eine Autofahrt die ist schön, ja da kann man was erleben – ja mit dem orientierungslosesten Menschen V.B. Erlebt man da wohl echt was. Ich glaube ohne Franzi und mein Navi würde ich in 8 von 10 Fällen nicht an meinem Ziel ankommen. Aber es sieht hier auch einfach alles immer gleich aus :-D Gut egal jetzt, wir saßen dann gemütlich bei einem Frozen Joghurt zusammen und genossen den Sonntagnachmittag. Anschließend führte uns Franzi in ein Paradies für Frauen von Schmuck bis Schuhen konnte man eben alles kaufen. Es hat auch jeder etwas gefunden, nur ich nicht :) Also bummelten wir noch eine Stunde durch den Laden bis wir dann wieder zurückfuhren. Wir stoppten noch bei Target und Michaels bevor ich alle wieder heimfuhr. Alina kam dann noch einmal vorbei und wir chillten überraschenderweise in meinem Basement. Wie gesagt, es war eben ein entspanntes Wochenende, genau richtig für mich, da ich dank meiner Erkältung zu nicht viel im Stande war. Jules hat mir dann am Sonntagabend noch einen heißen Whisky mit Nelken und Zucker gemacht, das Familienrezept gegen Erkältung. Ich weiß zwar nicht, ob es gegen die Erkältung half aber zum Einschlafen war es auf jeden Fall gut

 

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