One week, one change and 100000 ups and downs

Ferdi, Jule, ich, Alina und Nadja auf dem Ice Hockey Spiel
Ferdi, Jule, ich, Alina und Nadja auf dem Ice Hockey Spiel

18.02.13

Es war mal wieder ein Feiertag für alle anderen Menschen , nur Au Pairs nicht. Es war President’s Day. Nach einem etwas längerem Schlaf als sonst, fing die gute alte Arbeit an. Da ich am Wochenende Jules auf meine Urlaubstage ansprach, da ich der Meinung bin, dass ich noch keinen einzigen Tag hatte, lag dann ein Zettel auf dem Tisch. Auf diesem standen Daten und ob ich den Urlaubstag wollte oder die Familie wollte, dass ich ihn nehme. Ich las mir diesen Zettel durch und fiel aus allen Wolken. Es kam mir vor als hätte sie wahllos irgendwelche Tage herausgeschrieben und sie zu einem Urlaubstag erklärt. Völlig schockiert und traurig, legte ich den Zettel zurück und machte mir meine eigene Liste. Ich war in diesem Moment wahnsinnig froh, dass ich den Blog geführt habe, da ich so immer nachschauen konnte was ich an welchem Tag gemacht habe. So stellte sich auch schnell heraus, dass so gut wie alle Daten die auf diesem Zettel standen falsch waren.

Nun gut, da Franzi später kam da wir mit meinen Kids eislaufen gehen wollten, konnte ich ihr alles erzählen. So war ich dann nicht die einzige, die aus allen Wolken fiel. Wir fuhren nach Glencoe um dort eislaufen zu gehen, doch als wir ausstiegen sah Bexi zwei Mädels aus ihrer Klasse, sodass sie partout nicht mehr gehen wollte. Sie hatte Angst, dass die Beiden sie auslachen und wir konnten sie auch beim besten Willen nicht vom Gegenteil überzeugen.

Am Abend war Franzi dann noch mit zum Essen hier, da sie nicht arbeiten musste. Doch bevor Paul und Jules wiederkamen, machte sie sich auf den Heimweg. Als die Beiden dann zurück waren, fragte mich Jules ob ich denn den Zettel gesehen habe. Ab diesem Moment hatte ich wie einen Kloß im Hals und ich stotterte nur ein paar Worte heraus und teilte ihr mit, dass ich mit ihr da noch einmal darüber reden möchte. Mit Tränen in den Augen und voller Enttäuschung ging ich zu Myriam. Diese heiterte mich ein wenig auf, hatte jedoch aber ein ähnliches Problem, sodass wir unser Leid teilen konnten, denn geteiltes Leid ist schließlich halbes Leid.

 

19.02.13

Da ich wissen wollte, wie ich denn nun dran bin mit meinen Urlaubstagen und co, beschloss ich Renee zu fragen, ob ich mit ihr einmal darüber reden könnte. Ich spazierte dann zu ihr und sie wartete schon auf mich mit einem Tee in der Hand. Wir quatschten für 1,5h und sie gab mir in vielerlei Hinsichten Recht – ich hab eben doch immer Recht! - :-D Wir verblieben schließlich so, dass wir uns alle mal an einen Tisch setzen und darüber reden.

Nachmittags kam Jules in mein Zimmer um mich zu fragen, ob ich die Jungs dann zum Fußball fahre. Da ich es eigentlich jede Woche getan habe, dachte ich eigentlich es wäre selbstverständlich, dass ich fahre. Als sie dann mein Zimmer betrat hatte sie komplett verheulte Augen, doch ich war mir nicht sicher ob ich sie darauf ansprechen sollte, da die momentan Situation einfach etwas angespannt war. Deshalb ließ ich es lieber bleiben.

Am Abend meinte Jules dann zu mir, dass wir morgen über die Urlaubssache reden, woraufhin ich sie fragte ob Renee sie anrief. Sie antwortete ja und wenn ich Renee dabei haben möchte, ist das in Ordnung fuhr ich dann zu Franzi, um ihr die momentan Lage zu schildern und was Renee zu mir meinte. Sie meinte ebenfalls, dass es besser ist wenn Renee dabei ist. Ich fühlte mich so auch wohler, also schrieb ich Renee, ob sie morgens vorbei kommen könnte. Woraufhin sie antwortete, ob Jules nur über die Urlaubssache reden möchte. Da ich nichts anderes wusste, meinte ich, dass es soweit ich weiß, nur um die Urlaubstage ging.

 

20.02.13

Renee kam morgens dann um über alles zu reden. Es war ein total seltsames Gefühl als wir uns alle an den Tisch setzten. Renee sah Jules an und meinte dann, ob sie anfangen möchte. Jules sah mich an und meinte zu mir, dass sie mir etwas sagen müssen: Sie hat gestern ihren Job verloren. Ich wär völlig sprachlos und geschockt. Stotternd und mit Tränen in den Augen fragte ich, was passiert sei. Sie antwortete darauhin, dass sie ja einen neuen Boss bekam und dessen Ansichten nicht mit ihren übereinstimmte, woraufhin er sie feuerte. Ich konnte es nicht fassen, mir kamen die Tränen und mir tat es einfach so leid, dass ich dann noch mit meinen "Urlaubstage-Problemchen" ankam. Aber ich habe es ja auch nicht ahnen können, jedenfalls saßen wir dann alle am Tisch und Renee versuchte die Stimmung etwas auf zu heitern. Jules fuhr dann fort dass sie nicht wissen, wie alles in Zukunft aussieht und sie nur das Beste für mich wollen. Sie meinte, aufgrund dessen, dass beide nun zu Hause sind und keinen Job haben, sie mich nicht mehr brauchen und auch nicht mehr länger als zwei Wochen bezahlen können. Schlussfolgernd war ich ab diesem Zeitpunkt im Rematch. Zwar meinte sie, dass wenn ich keine Familie finde, dass ich so lange wie ich möchte noch bei ihnen bleiben kann, sie aber nur das Beste möchte. Deshalb glaubte sie, es sei besser sofort ins Rematch zu gehen, da mein Jahr auch "bald" zu Ende gehe.  Paul sah mich mit einem erquälten Grinsen an und sagte, dass es ihm wahnsinnig leid tue und sie mich echt ins Herz geschlossen haben. So saß ich dann da, völlig fassungslos und die Tränen rollten mir nur so über meine Wangen. Renee meinte, dann dass wir leider sämtlichen Papierkram erledigen müssen, was sie uns per Mail zu schickte. So schnell konnte ich nicht schauen und es passierte das, was ich niemals erwartete.. nämlich dass ich ins Rematch komme und innerhalb von 2 bzw 3 Wochen eine neue Familie finden muss. Shit happens!

Somit erledigte sich dann auch, dass ich noch ins College gehe. Stattdessen rief ich Franzi an und sie kam auch schon zu mir gedüst. Wir fuhren zusammen zur Library und liehen ein paar Filme aus. Sie konnte es genau so wenig glauben wie ich. Es fühlte sich an, als wäre alles ein Albtraum und ich aber einfach nicht aufwachen kann. Später sah ich am Feuer in der Küche und Paul setzte sich neben mich und nahm mich in den Arm. Er meinte zu mir, dass es ihm so leid tue und ich einfach "awesome" bin und mich alle lieben. Es wollte keiner, dass es so kommt und es tut ihnen selbst so weh, da ich wie eine Tochter für sie bin.

So nahm dieser Tag dann seinen Lauf und ich konnte es nicht glauben. Als ich die Kids von der Schule holte, musste ich allerdings so tun als wäre alles wie immer. Es fiel mir echt schwer, da sie von nichts wissen durften die ersten Tage. Da zum Dinner Matt, ein Kollege von Jules kam, brachte ich die Kids ins Bett. Bei jeder Kleinigkeit die ich nur tat, dachte ich mir es könnte auch das letzte Mal sein. Anschließend habe ich mich noch mit ihnen an den Tisch gesetzt und habe etwas am Gespräch teil genommen.

Als ich abends meine Mail checkte, hatte ich auch schon den ersten Familienvorschlag:

eine Familie aus Illinois, in der Nähe von Rockford. Als ich dies dann aber via Google Maps nach schaute, wohnten sie wirklich im Nirgendwo. Da wäre es zwar noch so schön gewesen, zwei Pferde zu haben, aber da habe ich lieber ein paar Freunde um mich als Tiere, die mir zwar vielleicht zu hören, aber nicht antworten können.

 

21.02.13

Nachdem ich die Kids in die Schule gebracht hatte, war es Zeit für ein Workout, Kopf frei kriegen!

Anschließend widmete ich mich den ganzen Tag meinen beiden verwöhnten Kids, fuhr sie durch die Gegend, hüpfte auf dem Trampolin, jonglierte Fußbälle im Keller und brachte sie ins Bett. Dabei hatten sie jetzt ja sogar beide Eltern zu Hause. Damit dies aber nicht so auffällt, verzogen sie sich die meiste Zeit mal wieder. Abends bekam ich von Jules mal wieder ein "you're like a daughter" und einen Kuss auf die Wange bevor ich mich zu Franzi begab.

 

22.02.13

Die Tage vergingen und es meldeten sich ein paar Familien. Die nächste war aus Chicago mit 3 Kindern, mit der ich ein Skype-Date ausmachte. Die 3. war aus Denver mit 4 Kids und einer "Stay-at-Home-Mum". Ich machte mit beiden Familien eine Zeit zum Telefonieren aus.

Jedenfalls habe ich an diesem Tag Alex mal wieder zum Fußball gebracht und ihm bei seinem Training zu gesehen.

Am Abend musste ich arbeiten. Als die Kids dann im Bett waren, habe ich mit der Mutter der Familie, welche in Chicago lebt, geskyped. Sie schien sehr nett und wir hatten immer etwas worüber wir reden konnten. Die Familie schien sehr nett zu sein, nur wusste ich nicht ob ich mit einem 2 jährigen Kind zu Recht komme. Aber ich musste mich ja nicht sofort entscheiden.

 

23.02.13

Da ich nun ja fast die Tage zählen konnte, musste ich noch sämtliche Dinge abarbeiten, welche ich in Chicago noch tun wollte. Also fuhren Franzi und ich nach Downtown um vor der Bean Schlittschuhlaufen zu gehen. Während wir im Zug saßen bemerkte ich, dass mich jemand anrief. Ich zögerte etwas bis ich dann zurück rief, woraufhin ein Mädchen ans Telefon ging und fragte: "Are you an Au pair?" .. nach meinem "ja" fragte sie ihre Mutter "Mum, did you call a Vicky? She's an Au pair". Sie reichte mich weiter an ihre Mutter, mit der ich dann ausmachte, dass ich sie später zurück rufe sobald ich zu Hause bin. Während dem kurzen Gespräch erzählte sie mir, dass sie 3 Kids haben und sie im Raum New York wohnen.

So waren es nun 4 Familien. Franzi und ich kamen endlich in der Stadt an und liehen uns ein paar Schuhe aus, als plötzlich mein Handy klingelte. Es war ein Mann aus New Jersey am Telefon welcher fragte, ob ich schon eine Familie gefunden habe. Auch mit ihm machte ich aus, dass ich ihn zurück rufen werde, sobald ich wieder zu Hause bin. Langsam wurde es verwirrend und ich kam mit all den Familie schon durcheinander. Franzi und ich genossen dann jedoch erst einmal unser Eislaufen und hatten jede Menge Spaß. Doch früher oder später mussten wir uns wieder auf den Rückweg machen, da wir beide arbeiten mussten.

Im Zug begann ich dann die ganzen Familien in mein Handy zu speichern, sodass ich nichts verwechsle. Dabei fiel mir dann auf, dass die Familie aus dem Raum New York und der Mann aus New Jersey die gleiche Nummer haben, woraufhin ich dann natürlich schlussfolgerte, dass ich sowohl mit Vater und Mutter gesprochen habe und nicht mit zwei verschiedenen Familien.

Zurück in Winnetka fuhr ich Franzi nach Hause und chillte noch etwas bei ihr, da ich der New Jersey Familie versprach mit ihnen zu skypen, sobald ich zurück bin, machte ich mir es in Franzis Bett gemütlich und skypte mit ihnen während sie arbeiten musste. Das Telefonat lief ganz ok, sie schienen ziemlich steif und ernst. So ein super Gefühl hatte ich im Nachhinein auch nicht, da sie so total genervt klangen und ich die übliche Ausrede hörte, dass ihr ehemaliges Au Pair zu sehr Heimweh hatte. Das habe ich alles Franzi erzählt und sie meinte auch: "Du scheinst ja nicht so wirklich überzeugt zu sein." Was ich auch nicht wirklich war. Mein Kopf ratterte und ich machte mir über all die Familien mit denen ich bisher Kontakt hatte meine Gedanken, doch meinem Bauchgefühl zu urteilen war DIE Familie noch nicht dabei.

Ich machte mich auf den Rückweg und fing dann ebenfalls das Arbeiten an. Wie schon am Vortag hatte ich abends, nachdem ich die Kids ins Bett brachte auch ein Telefonat ausgemacht.

Also begab ich mich in den Keller und schon rief die Familie aus Denver an. Wir quatschten 70 Minuten lang und verstanden uns wirklich gut. Der Vater erzählte mir dann, dass er aus Deutschland stammt und sein Großvater aus Burgkunstadt kommt. Ich musste dann dreimal nachfragen, ob ich es auch wirklich richtig verstanden habe. Aber ich hatte mich wirklich nicht verhöhrt! Auf jeden Fall fühlte ich mich nach diesem Telefonat besser als nach allen anderen.

Nach dem Telefonat wurde es auch für mich Zeit schlafen zu gehen. Allerdings schwirrte mir so viel im Kopf herum, dass ich nicht wirklich zur Ruhe kam. Hinzukommend war ich total aufgeregt, da am nächsten Tag Ferdi und Jule in Chicago ankamen nach ihrem Aufenthalt in New York. Mein letzter Blick auf die Uhr war um halb 3 nachts und dann muss ich wohl endlich irgendwann eingeschlafen sein.

 

24.02.13

EEEEEENDLIIICH war der Tag gekommen an dem ich wieder etwas Heimat bei mir hatte. Ich fuhr zum Flughafen und wartete dort gespannt auf Ferdi und Jule. Als sie dann die Rolltreppe herunter kamen, konnte ich es erst gar nicht glauben. Es war so ein schönes Gefühl sie zu sehen. Wir fuhren dann zurück nach Winnetka und dort lernten sie erst einmal die Family kennen und packten sämtliche Geschenke und Mitbringsel für mich aus. Das Highlight war das Vollkorn-Brot, das sie mir mitgebracht hatten. Da konnte ich mich gar nicht zurück halten und vertilgte gleich mal 4 Scheiben. Nach der Stärkung ging es aber auch schon wieder weiter und Franzi holte uns ab. Denn Franzi, Alina, Nadja, Ferdi, Jule und ich sind aufs Wolves Hockey Spiel gefahren. Dort sahen wir dann von typischen bilderbuch Amerikanern über Fights auf der Eisfläche alles mögliche. Als wir dann am Abend zurück waren, kamen Ferdi und Jule gleich mal in den Genuß von Jules Kochkünsten und wir aßen Nudeln zusammen.

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